Montag wolltet ihr den Fachbeitrag freigeben und Dienstag kam ein Kundenproblem dazwischen und Mittwoch brauchte jemand noch ein Bild und jetzt ist Donnerstag und das Marketing fragt vorsichtig, ob ihr schon dazu gekommen seid. Seid ihr natürlich … zumindest im Kopf, zwischen zwei anderen Dingen.
So kann eine Aufgabe monatelang durch den Kalender wandern. Wenn ihr in einem mittelständischen Unternehmen Verantwortung tragt, gibt es meistens einen guten Grund für den vollen Tag. Kunden warten, Kollegen brauchen Entscheidungen und die eigene Kommunikation soll irgendwie dazwischen stattfinden. „Irgendwie“ steht erstaunlich selten im Angebot der Agentur.
Nehmt den letzten Beitrag, der länger gebraucht hat als gedacht. Schreibt auf, an welchen Stellen er bei euch lag und weshalb. Musstet ihr eine fachliche Aussage beurteilen? Fehlte eine Entscheidung zur Richtung? Oder habt ihr Dateinamen gesucht und drei widersprüchliche Korrekturen zusammengeführt?
Auch eure Agentur darf dabei arbeiten. Gewagte These aus einer Agentur, oder?
Wenn ihr für jeden Beitrag Thema, Aufbau und fertige Formulierungen liefern müsst, gebt ihr vor allem die letzte Bearbeitung ab. Das kann sinnvoll sein. Entlastung bei der inhaltlichen Arbeit ist damit aber kaum beschrieben.
Fachwissen lässt sich im Gespräch aufnehmen
Im früheren Projekt mit IOI Oleo führten wir Interviews mit Fachabteilungen und entwickelten daraus verständliche Inhalte. Auf Texterstellung und fachliche Prüfung folgten Übersetzung und Verteilung über die vorgesehenen Kanäle. Der interne Beitrag konzentrierte sich auf Interviews und Freigaben.


Die Fachleute mussten damit weiter für die Richtigkeit ihrer Aussagen einstehen. Aus ihrem Wissen einen lesbaren Beitrag zu machen, war unsere Aufgabe.
Für euch kann der Einstieg ein Gespräch über eine häufige Kundenfrage sein. Lasst die zuständige Person erklären, was dahintersteckt. Welche Antwort braucht der Kunde? Wo gelten Bedingungen? Welches Beispiel dürft ihr zeigen? Daraus entsteht Material, das anschließend aufbereitet werden kann.
Schickt einen Entwurf mit der Bitte um „Feedback“ an fünf Leute und schaut, was passiert. Vorsicht, das ist kein Produktivitätstipp … Der eine prüft Zahlen, die andere ändert die Überschrift, jemand vermisst sein Lieblingswort. Anschließend dürft ihr entscheiden, welche Fassung gilt. Ein ordentliches Briefing hätte einen Teil davon vorab geklärt.
Vereinbart deshalb für den nächsten Inhalt einen überschaubaren Ablauf.
- Ein fachlicher Ansprechpartner liefert Wissen und prüft die Aussagen.
- Eine verantwortliche Person sammelt Rückfragen und führt Korrekturen zusammen.
- Die Freigabe benennt ausdrücklich, was entschieden werden soll und bis wann.
- Veröffentlichung und Betreuung liegen bei einem benannten Verantwortlichen.
Plant die Arbeit für 2027 mit ein
Beim nächsten Jahresbudget lohnt sich neben dem Geld auch der Blick auf eure eigene Zeit. Wie oft wollt ihr fachlich beitragen? Welche Entscheidungen bleiben bei euch? Wer kann übernehmen, wenn ihr unterwegs seid?
Wir übernehmen Themenentwicklung, Fachgespräche, redaktionelle Arbeit und die vereinbarte Umsetzung. Ihr behaltet die Richtung und die nötigen Freigaben. Damit Kommunikation auch in einer Woche stattfindet, in der euer Kalender andere Pläne hat.