Eine Anfrage in vier Abteilungen

Eine neue Kollegin fängt bei euch an und braucht einen Laptop, Zugang zur Gehaltsabrechnung und eine Parkgenehmigung. Irgendwas fehlt dann immer, und die Arme fragt am Ende doch den Chef. Der Faulpelz hat schließlich ein Postfach und vermutlich eh keine anderen Pläne für den Tag.

Dieses Beispiel stammt aus einem Fachbeitrag unserer Freunde von servistio. Auch wenn es ein Beispiel ist, ist die Frage dahinter sehr real: Wer sorgt dafür, dass eine Anfrage ihren Weg findet, wenn mehrere Abteilungen beteiligt sind? Wachstum macht solche Wege ja nicht so richtig kürzer. Oft kommen einfach neue Postfächer dazu.

Servistio beschäftigt sich mit Enterprise Service Management. Wer diesen Begriff schon beim ersten Kaffee erklären kann, hat meinen Respekt. Für alle anderen: Es geht darum, was passiert, wenn IT, Personal und Einkauf an derselben Sache arbeiten müssen. Also außer Stress.

Ich habe den Fachbeitrag mit unserem Team und dem Team von servistio für die Veröffentlichung betreut. Das Wissen kommt von servistio; Tamarah Al-Ani steht als Autorin am Text im servistio-Blog. Sie ist die Expertin. Wir kümmern uns darum, dass Leser den Einstieg finden, alles verstehen und der Beitrag auf Deutsch und Englisch zugänglich ist. Anschließend bereiten wir Inhalte für LinkedIn und weitere Kanäle auf.

Wir holen das Fachwissen im Gespräch bei servistio ab. Welche Frage stellt ein Kunde? Aus den Antworten schreiben wir. Ghostwriting, wenn ihr es so nennen wollt.

Der veröffentlichte Artikel beginnt deshalb bei getrennten internen Diensten und zeigt erst danach, was die Plattform damit zu tun hat. Das ist insofern gut, als ein Geschäftsführer keine Softwarelizenz sucht, um eine Softwarelizenz zu besitzen. Er möchte wissen, ob die neue Kollegin ihre Sachen bekommt, ohne dass jemand persönlich drei Abteilungen hinterhertelefoniert.

Aus solchen Gesprächen können Blogs, Fachartikel und Social-Media-Beiträge entstehen. Mal erklärt ein Artikel einen Ablauf. Ein kurzer Beitrag kann zeigen, wie das Team ein Problem einordnet und welche Fragen es vor einer Lösung klären möchte. So sehen Menschen Fachleute mit einer Meinung und einer Arbeitsweise, statt nur einen viel zu komplizierten und coolen Produktnamen. Das ist aus unserer Sicht die Art Sichtbarkeit, die zu einem erklärungsbedürftigen Angebot passt.

Für servistio ist diese Arbeitsteilung auch eine Entlastung bei der Textarbeit. Das Team muss nicht jeden Text selbst ausformulieren und auf jedem Kanal neu anfangen. Für uns heißt es, Inhalte so aufzubereiten und zu verteilen, dass ihre Expertise überhaupt eine Chance hat, außerhalb des eigenen Teams anzukommen. „Thought Leadership“. Mir reicht fürs Erste, wenn ein Leser merkt: Die kennen mein Problem und haben dafür eine Lösung.

Die technische Erklärung gehört dann auch dazu. Sie wird nur leichter verständlich, wenn vorher klar ist, welches Problem sie lösen soll. Aus einem langen, vermeintlich freshen Produktnamen wird ein Gespräch über die Arbeit im eigenen Betrieb.

Falls ihr eine erklärungsbedürftige Leistung anbietet, schaut auf euren ersten Absatz. Steht dort schon, welche lästige Sache eure Kunden loswerden möchten? Oder stellt ihr euch erst einmal mit einem Fachbegriff vor? Eure Fachleute sollen ihn gern behalten. Der Kunde darf vorher erfahren, warum er zuhören sollte.

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