Einheits- oder Kartoffelbrei?

„Wieso? Es geht doch schneller und kostet weniger!“ Ein klassischer Satz, den Unternehmer gerne sagen, wenn es um KI-generierte Fotos geht. Aber würdet ihr euch auch grundsätzlich immer für den Einheits- oder den Kartoffelbrei entscheiden? Wir wetten mit euch: Der Kartoffelbrei gewinnt. Besonders lecker mit Ei und Spinat. Aber bevor wir hier in eine Kochsendung abdriften, lieber zurück zum Ernst der Lage.

Keiner mag Einheitsbrei. Jeder Mittelständler, mit dem wir sprechen, will sich vom Wettbewerb abheben, anders sein, wiedererkennbar sein. Und trotzdem passiert gerade das Gegenteil, wenn man sich Social-Media-Feeds, Homepages und mittlerweile sogar Essensstände auf dem Rummel anschaut. Überall halten KI-erstellte Inhalte Einzug. Überall dieselben KI-Bilder mit den gleichen glatten Gesichtern, denselben Studio-Lichtstimmungen, denselben leeren Worthülsen und vor allem wenig Liebe zum Detail.

Es fehlt der Hauch Muskatnuss und die gut gekochte Kartoffel, um es in Tim-Mälzer-Deutsch zu sagen. Wo bleibt da die Authentizität? Wo ist das Alleinstellungsmerkmal, für das ihr jahrelang gearbeitet habt?

Merkt ihr es selbst, oder?

Isabell zeigt lachend auf einen Teller Kartoffelbrei.

KI-SLOP KILLT DEN VIBE MIT EURER MARKE

Der Begriff dafür heißt „KI-Slop“ – minderwertiger, massenhaft produzierter Content, erkennbar an seiner Beliebigkeit und Leblosigkeit. Das ist keinesfalls ein Fehler des Systems. Es ist in den meisten Fällen unserer Kunden ein Problem mit der Zeit. Die ist nun mal nur begrenzt verfügbar. Und wenn dann auch niemand da ist, der sich eigenständig ums Marketing kümmert, ist der Gedanke: „Lieber so, als gar nichts zu machen“ legitim.

Aber es bewirkt genau das Gegenteil. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht, oder? Statt Vertrauen aufzubauen, verschreckt Einheitsbrei-Content. Statt Professionalität zu signalisieren, zeugt er von ihrem Fehlen. Wenn eure Zielgruppe nicht mehr unterscheiden kann, ob ein Bild von euch oder von eurem Wettbewerber stammt, habt ihr kein Marketingproblem mehr – ihr habt ein Markenproblem.

Die Gefahr liegt nicht im Einsatz von KI, sondern im unreflektierten Einsatz. Besonders im Mittelstand kann KI enorm viel Tempo bringen – Entwürfe, Varianten, Recherche. Aber Tempo braucht Leitplanken: Welche Aussagen müssen geprüft werden? Welche Bildwelt ist tabu? Wie bleibt die eigene Philosophie erhalten? Ohne diese Regeln verschwinden Expertise, Haltung, Präzision und Professionalität.

EURE MARKE BRAUCHT EIN FUNDAMENT

Wer denkt, die einfachste Lösung wäre „einfach keine KI mehr nutzen“, liegt falsch. Das eigentliche Problem liegt tiefer. Viele Mittelständler haben nie sauber definiert, wer sie eigentlich sind – welchen Ton sie sprechen, welche Bildwelt zu ihnen passt, welches Versprechen sie ihren Kunden geben. Fehlt dieses Fundament, ist es egal, ob ein Mensch oder eine KI die Inhalte produziert. Es bleibt austauschbar.

Gut, dass es uns gibt. Wir verstehen uns nicht als klassische Werbeagentur, die euch ein Projekt nach dem anderen verkauft. Wir sind lieber eure externe Marketingabteilung. Ein Ansprechpartner, kurze Wege, Expertise in allen Marketingbereichen und der Vorteil, dass ihr keine Mitarbeiterkosten habt.

HALLO, NEUER MARKETINGKUNDE

Bevor wir auch nur einen Post schreiben oder eine Anzeige schalten, gehen wir der Marke auf den Grund. Das nennen wir Brand Breakdown®, und er läuft in vier Schritten ab:

1. Hard Facts sammeln. Wir schauen uns euer Geschäft an: Umsatztreiber, Vertriebswege, Markt, Wettbewerb, Ziele und die aktuelle Wirkung eures bisherigen Marketings. Kein Rätselraten, wir halten uns lieber an Zahlen, Daten und Fakten.

2. Operative Module analysieren. Website und SEO, Social Media, Performance-Marketing, Newsletter, Media Production, Layout und Design – wir prüfen jeden Kanal einzeln, um konkrete Aufgaben statt vager Empfehlungen abzuleiten.

3. Markenkern herausarbeiten. Das ist das Herzstück: Persönlichkeit, Tonalität, Bildwelt, Werte, Kaufgründe und Loyalitätstreiber, dazu die Zielgruppenlogik und typische Kaufbarrieren. Hier entsteht, was eure Marke unverwechselbar macht – und was später jede KI-gestützte Content-Produktion vor Beliebigkeit schützt.

4. Außenperspektive einholen. Interne Sicht und externe Wahrnehmung müssen zusammenpassen. Deshalb ergänzen wir Desk Research und einen ehrlichen Blick auf die Konkurrenz.

Am Ende entsteht aus dem Austausch mit euch und euren Angestellten ein Brand Playbook mit klaren Regeln für Ton, Bildwelt, Botschaften, Prioritäten und No-Gos. Dieses Playbook wird zur Basis für euer Design System und für sämtliche Inhalte.

KI-Slop ist neben einem ästhetischen Ärgernis auch eine Farce für den Marketinggaumen. Er kostet euch Vertrauen, Sichtbarkeit und im schlimmsten Fall Kunden. Und die Lösung liegt nicht darin, KI zu verteufeln oder noch mehr Content in noch kürzerer Zeit zu produzieren. Sie liegt darin, erst das Fundament zu legen – euren Markenkern, eure Tonalität, eure Bildwelt – und darauf aufbauend mit klaren Leitplanken zu arbeiten. Eben eine gute Kartoffel auszuwählen und dann erst die Muskatnuss hinzuzugeben, damit der Kartoffelbrei auch nach eurer Handschrift schmeckt und nicht nach dem, wie es alle anderen machen.

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